Akkordbildung – Hörbeispiele und Experimente

Beitragsbild Hörbeispiele

Akkordbildung mit dem Quintenzirkel

Die folgenden Hörbeispiele sollen veranschaulichen, warum der Quintenzirkel eben genau so heißt. Der Quintenzirkel ist nicht nur in seiner Darstellung eine „runde Sache“, sondern auch inhaltlich. Anhand eines kleinen Beispieles möchte ich den tonalen Kreis verdeutlichen und somit die Logik, welche hinter dem Quintenzirkel steckt, näher bringen.

In unserem Beispiel hier beschränke ich mich auf die Tonart C-dur/A-moll. Dieses Beispiel soll hörbar die Stufenreihenfolge der Akkorde verdeutlichen. Wie auf dem Bild unten fängt man in einer beliebigen Tonart mit der ersten Stufe, der Tonika (Grundakkord), an. Nach der klassischen Reihenfolge der Harmonielehre geht es dann wie folgt weiter:

  • 2. Stufe (Moll-Subdominante)
  • 3. Stufe (Tonika-Gegenakkord)
  • 4. Stufe (Subdominante)
  • 5. Stufe (Dominant-Septime)
  • 6. Stufe (Paralleler-Mollakkord)

Auf die dazugehörenden Nebenakkorde der 5. Stufe habe ich hier aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet. Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.

Notenbeispiel zur Akkordbildung
Akkord-Tonleiter

Die abgebildete Akkordreihenfolge „C-Dm-Em-F-G7-Am“ kannst Du Dir im nachfolgenden Player einmal anhören. Weil es irgendwie schöner klingt, habe ich diese kleine Akkordreihenfolge mit 3 Synthesizerflächen und Bass instrumentiert.

Wenn Du die Akkorde hintereinander hörst wirst Du feststellen, daß es – streng nach dem Quintenzirkel – akustisch einen „Kreis“ ergibt. Man kann ein Musikstück entweder wieder mit der Tonika enden lassen, oder aber mit der 6. Stufe, die einen „Tonika-Effekt“ ergibt. Dieses „Schema“ vollzieht sich innerhalb aller Tonarten und somit durch den kompletten Quintenzirkel.

Experimente mit Akkorden

Wenn man das oben erwähnte Schema einmal verstanden hat, regt der Quintenzirkel sehr zum Experimentieren an. Es können sich bereits durch das Austauschen und Umkehren von Akkorden interessante Harmonien entwickeln. Bleiben wir bei unserem Beispiel von eben und probieren nun einfach mal folgende („verdehte“) Reihenfolge: „C-Em-Dm-G7-F-Am“:

So schön und einfach kann Musik sein!

In diesem Beispiel habe ich die Akkorde G7 und A-moll in einer „Umkehrung“ gespielt. Das heißt, bei G7 habe ich die Note G von G4 auf G3 gesetzt und beim A-moll die Note E von E4 auf E3 gesetzt. Dieses kleine Beispiel soll verdeutlichen, daß es beim Komponieren (fast) keine Grenzen gibt. Man kann die Akkorde nicht nur beliebig untereinander tauschen (erlaubt ist was gefällt), sondern man kann die Akkorde selber auch umkehren. Genauso kannst Du einzelne Akkorde weglassen, keiner zwingt Dich, alle 6 Stufen in Deine Komposition mit einzubeziehen.

Ich hoffe, ich habe mit dieser kleinen Bastelei Deinen Forschungsdrang geweckt. Wenn Du dieses „Experiment“ vertiefen möchten, wirf doch mal einen Blick auf meine eigenen Kompositionen. Dort sind die Ergebnisse aus ganz vielen solcher Basteleien mit Akkorden zu hören. Egal wie komplex oder technisch diese Arrangements sein mögen, es fing immer mit dem Experimentieren mit Akkorden an.


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4 Gedanken zu „Akkordbildung – Hörbeispiele und Experimente“

  1. Was beduetet in der Umgehrung
    die Note G von G4 auf G3 gesetzt , beim A-moll die Note E von E4 auf E3
    ich kenne entweder 1 oder 2 Umkehrung eines Akkordes.

    Mfg Peter Winkler

    1. Genau, im Grunde ist genau das gemeint, nämlich die Umkehrung der Akkorde. Die Zahlen (z.B. C3, E4 etc.) bezeichnen die Oktavlagen auf einer Tastatur. C3 liegt bei einer „normal großen“ Tastatur genau in der Mitte, C2 eine Oktave tiefer. Dies gilt natürlich analog auch für alle anderen Noten. Man hat, so denke ich, auf einer Tastatur wesentlich mehr Möglichkeiten der Umkehrungen als auf einem Gitarrenhals. Von daher ist es üblich die Oktaven zu nummerieren.

  2. Wow, ich bin begeistert. So einfach kann Musik verstanden werden. Dank einem Menschen der vermitteln kann.
    Da ich da alles leider nicht in der Schule und auch nicht in meinem 4jährigen Klavierunterricht hatte kann ich nur noch staunen ..fünf Minuten und ich bin so viel weiser..werde mich jetzt mal täglich der musik (harmonielehre) widmen. Dann kann ich endlich intuitiv Klavierspielen. Was ein Weihnachtsgeschenk für mich..
    Halleluja

    claudia

    1. Liebe Claudia,

      herzlichen Dank für diesen tollen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber, dass ich meine eigenen Gedanken weitertragen konnte und dass es Menschen gibt, die dadurch profitieren. Mein damaliger Keyboardunterricht brachte mir das auch nicht bei, von der Schule mal ganz zu schweigen. Da ich ein Noten-u. Technikfreak bin, fing ich irgendwann selbst an, diese Dinge mal anders zu betrachten. Und heraus kommt doch durchaus etwas brauchbares. Nochmals herzlichen Dank und weiter alles Gute für’s Klavierspiel.

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