Harmonien & Disharmonien

Der Aufbau von Musik und Begleitung

Harmonien & Disharmonien gehen Hand in Hand, könnte man fast sagen. In diesem kleinen Kapitel möchte ich auf eine Frage antworten, die ich schon oft gehört habe: „Welche Bassnoten muss ich in diesem oder jenen Akkord spielen?“ oder „welche Noten muss eine Begleitung beinhalten?“ oder „warum hört sich das so schräg an?“ Ich möchte hier aufzeigen, welche begleitende Noten innerhalb eines Akkordes passen und welche nicht.

Hier eignet sich ein kleines Beispiel. Nehmen wir eine Akkordreihenfolge, z.B. Am, Dm und C in der Tonart C-dur. Das sieht wie folgt aus, zum Vergrößern der Bilder bitte drauf klicken:

akkordbeispiel-c-dur-am-c

Jetzt setzen wir eine Bassbegleitung dazu. Damit es deutlicher hörbar wird, habe ich zwei Durchläufe, also 6 Takte gespielt:

Akkord mit Bassbegleitung

Hier ist folgendes klar erkennbar: Der Bass im A-moll Akkord spielt in der Hauptsache das A, im D-moll Akkord das D und im C-dur Akkord das C. Das bedeutet, dass der Grundton eines jeden Akkordes auch gleichzeitig der Ton ist, den der Bass in unserem Beispiel spielt. Man spricht dann von dem sog. Grund-u. Wechselbass, was man häufig in der Tanzmusik oder bei Schlagern sehr ausgeprägt findet. Im Quintenzirkel kann man überigens genau das ablesen. So wird der Bass beispielsweise im C-dur Akkord abwechselnd auf C und A gespielt. Anders ausgedrückt vollzieht man hier einen Wechsel vom Grundton zur Quinte und wieder zurück. Das hört sich dann so an:

Akkorde mit Bass im Quintenabstand

Andere Begleitinstrumente, wie z.B. eine Klavierbegleitung, sollten sich ebenfalls der Noten bedienen, die in den jeweiligen Akkorden hauptsächlich vorkommen. Beispiel mit Bass und Begleitung:

Akkordbeispiel mit Bass und Klavier

Das hört sich doch schon mal ganz harmonisch an. Wahrscheinlich gibt es aber hier mehr Ausnahmen als Regeln, da sehr viel mit der künstlerischen Freiheit begründet wird, ähnlich wie in der Malerei. Eine Ausnahme diesen „steifen“ Rahmen zu sprengen, wäre z.B. ein Arpeggio in dem man absichtlich andere, nicht in der Tonart vorkommende, Noten spielt, um ganz bewusst bestimmte Stimmungen zu erzeugen. Hier sollte man allerdings etwas Vorsicht walten lassen, damit es nicht zu Disharmonien kommt. Man kann auch in einer Begleitung einen Akkordwechsel von A-moll auf D-moll z.B. über ein G laufen lassen. Das hört sich deswegen richtig gut an, weil diese „Disharmonie“ nur extrem kurz hörbar ist und somit eine interessante Stimmung erzeugt. Würde man das G länger im D-moll Akkord spielen, wäre das nicht so toll. In der klassischen Musik beispielsweise findet man sogar Noten, die unmittelbar nebeneinander liegen und zusammen gespielt werden, aber eben nur extrem kurz.

Wichtig:

Dieses kleine Beispiel soll lediglich den Aufbau der Harmonien und deren Begleitung darstellen, so wie es „stur“ der Harmonielehre gerecht wird. Ein professioneller Bassist oder ein Jazzpianist werden sich hier sicher die Haare raufen, weil sie eben ganz anders spielen. Hier möchte ich nur aufzeigen wie man grundsätzlich Harmonien aufbaut und eine harmonische Begleitung dazu setzt. Eine Klavierbegleitung oder ein Bass können natürlich andere Noten spielen, als ein Akkord vorgibt. Beispiele finden sich in der Musik dazu sehr häufig. Hier muss man aber ein sehr gutes Noten-u. Harmonieverständnis haben, um dies zu realisieren und keine Disharmonien zu erzeugen. Da wir gearde davon sprechen, möchte ich im nächsten Beispiel aufzeigen, was passieren kann, wenn man sich in der Begleitung gänzlich vertut:

Disharmonien

Im nachfolgendem Beispiel bleibe ich bei den Akkorden von oben, nämlich A-moll, D-moll und C. Allerdings spiele ich hier jetzt den Bass im A-moll Akkord nicht auf A sondern auf H, im D-moll Akkord nicht auf D sondern auf C und im C Akkord nicht auf C sondern auf D. Ich erzeuge somit Disharmonien, denn ich spiele Bassnoten, die im Akkord gar nicht vorkommen:

Disharmonie mit Bassbegleitung

Vielleicht mag es das eine oder andere ungeübte Ohr geben, was die Disharmonie hier nicht sofort heraushört, allerdings im nächsten Beispiel sollte es ganz klar werden:

Beispiel von Disharmonie

Oh Gott… schauder… also spätestens hier sollte klar werden, dass der Komponist nichts von Harmonielehre versteht. Zugegeben, ich habe hier ein wenig übertrieben. Aber nur so wird deutlich, was ich hier zum Ausdruck bringen möchte: Ein Aufbau von Harmonien oder eine Komposition für mehrere Instrumente unterliegen nunmal bestimmten Gesetzmäßigkeiten, die in der Harmonielehre strikt vorgegeben sind. Es gibt Abweichungen, klar, aber die grundlegenden Vorgaben sollten schon beachtet werden.

Ich hoffe, Du hattest hier ein wenig Spaß auf der Seite und hast vielleicht das eine oder andere mitnehmen können. Ich würde mich sehr freuen.


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Quiz

Der Quintenzirkel Quiz

Der Quintenzirkel Quiz ist ein keiner in Teilen spaßiger Test. Hast Du diese Webseite gut durchgearbeitet? Dann sollte dieser kleine Test (15 Fragen) kein Problem darstellen. Ein kleiner und lehrreicher Zeitvertreib rund um den Quintenzirkel, Noten und die Harmonielehre. Nahezu alle Antworten zu diesem Quiz findest Du auf dem Quintenzirkel selbst oder hier auf der Webseite. Also… beides gut studieren 

Der Quiz ist zeitlich nicht limitiert, Du kanst Dir also ruhig Zeit nehmen. Wenn Du eine Antwort beantwortet hast, klicke auf den Button “prüfen” und sieh Dir das Ergebnis an. Anschließend auf “weiter” klicken. Zum Schluß siest Du Deine Gesamtauswertung wenn Du auf den Button “Quiz-Zusammenfassung” klickst. Dauer ca. 5 – 10 min.

Na dann los… 🙂


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Die Modulation

Tonartwechsel – Die diatonische Modulation

Die Modulation ist im Grunde genommen nichts anderes, als der Wechsel von der einen Tonart in eine andere und ggf. wieder zurück. Am sinnvollsten, da am harmonischsten, ist der Wechsel von der einen in eine andere Tonart über einen sog. Bindeakkord. Und genau das nennt man diatonische Modulation. Da nun das Thema Modulation und die Bindeakkorde unmittelbar miteinander zusammen hängen, habe ich die Bindeakkorde hier nur kurz erwähnt. Eine genauere Erklärung der Bindeakkorde findest Du hier.

Was sind Bindeakkorde?

Bindeakkorde verbinden Tonarten miteinander. Ferner haben Bindeakkorde eine interessante Eigenart: Sie kommen in der Ausgangs,-u. Zieltonart vor. Das bedeutet wenn man es geschickt anstellt, merkt kein Mensch, dass der Komponist die Tonart gewechselt hat. Wenn man eine umfangreiche Komposition ausarbeitet und sich nicht nur auf 1 Tonart beschränken möchte, muss man auf zusätzliche Tonarten (und somit Akkorde) zugreifen. Damit man sein Akkordspektrum harmonisch erweitern kann, bedient man sich der Modulation. Also der Sprung in weitere Tonarten, immer ausgehend von der Tonart, in der man sich befindet und immer über einen Bindeakkord. Eine nicht-harmonische Modulation wäre beispielsweise ein Sprung über mehrere Quinten ohne das Nutzen von Bindeakkorden, siehe Hörbeispiel unten.  

Ein Beispiel für eine gut gelungene Modulation ist die, die man gar nicht wahrnimmt. Natürlich gibt es, wie immer, Ausnahmen. Es gibt tatsächlich Modulationen, wo der Tonartwechsel bewusst hörbar herbei geführt wird. Das kommt jedoch immer auf die Komposition an und was man für eine Stimmung erzeugen möchte. Ich gehe mit meinen Beispielen hier nur von der klassischen Harmonielehre im ursprünglichen Sinn aus und nicht von künstlerischen Freiheiten.

Hör-u. Notationsbeispiel

Diatonische Modulation von der Grundtonart C-Dur nach F-Dur.

Der Bindeakkord in diesem Beispiel ist D-Moll. D-Moll kommt sowohl in der Tonart C-Dur als auch in der Tonart F-Dur vor. Die Modulation somit findet beim 2. Akkord (Dm) statt, erkennbar am Vorzeichen. Die grünen Linien kennzeichnen die Ausgangstonart (C-Dur), die roten Linien kennzeichnen die Zieltonart (F-Dur) und dann wieder zurück nach C-Dur zum Ausgangsakkord (grün). Einfach ausgedrückt, habe ich F-Dur mal eben in C-Dur „eingemischt“. Verbunden mit einer kleinen Melodie sieht das ganze dann so aus:

Beispiel einer Modulation
grün=Haupttonart, rot=modulierte Tonart (größere Ansicht, bitte auf’s Bild klicken)

Die reinen Harmonien

Die Harmonien mit einer kleinen Melodie

Das ganze ist in diesem Beispiel deswegen auch so einfach, weil ich hier die Tonart nur um 1 Quinte wechsele. Will man größere Sprünge machen, wird es schwieriger und auch extrem hörbar. Theoretisch könnte man sich durch den ganzen Quintenzirkel „modulieren“, dann aber bitte nur Quinte um Quinte und nur über einen Bindeakkord. Auf der Seite der Bindeakkorde findest Du die Modulationstabelle, die Auskunft über diese gibt.

Ein sehr gutes Beispiel einer Modulation, weil kaum hörbar, ist das Stück „Lemmon Tree“ von Fools Garden. Hier wird mitten in der tragenden Melodie von der Tonart C-dur auf F-dur gewechselt. Passt irgendwie zu dem Beispiel oben 😉

Dieses kleine Beispiel soll nur das Grundprinzip und die grundsätzliche Begrifflichkeit verdeutlichen. Wer es etwas intensiver mag, dem empfehle ich diese Wikipedia-Seite.


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Der Quintenzirkel

Vorwort und was diese Webseite möchte

Mit dem Quintenzirkel beginnt das Grundverständnis der Harmonielehre. Anschaulich erklärt und mit ganz vielen Hörbeispielen versehen, ist diese Webseite ideal geeignet für Schüler und (Hobby)Musiker. Aber auch „blutige Anfänger“ finden hier leicht verständliche und rudimentäre Informationen über den Quintenzirkel sowie Grundbegriffe der Harmonielehre, die im direkten Zusammenhang mit dem Zirkel stehen.

Quintenzirkel

Als ich mit der Musik anfing, habe ich eine Möglichkeit gesucht, alle Harmonien irgendwie dargestellt zu bekommen. Alleine der Hinweis auf den Quintenzirkel durch meine damalige Keyboardlehrerin, versetzte bei mir Berge. Vielleicht ist es bei Dir ja auch so und Du suchst eine einfache Übersicht eben dieser Harmonien.

Von daher möchte diese Webseite auch gar nicht all zu tief in die Musikwissenschaft eintauchen. Sie soll Dir eine rudimentäre Auskunft darüber geben, was ein Quintenzirkel überhaupt ist, wie und wofür man ihn benutzt und wie man tatsächlich damit kreativ arbeiten kann. Von daher habe ich mir auch Mühe gegeben, die Erklärungen so einfach wie möglich zu halten.

Diese Seite möchte auch gleichzeitig als „Akkordinformation“ dienen, wenn man mal beim Komponieren einen Akkord sucht oder zu einem Akkord die richtige Tonart. Hier werden die tonalen und musikalischen Zusammenhänge anschaulich verdeutlicht. Alle Akkordtabellen sind vertont, d.h. Du kannst die Akkorde auch hören, anstatt sie nur visuell wahrzunehmen. Damit wird die graue Theorie etwas aufgelockert und vielleicht auch die Neugierde geweckt, mit Akkorden zu experimentieren und vielleicht sogar zu komponieren. So möchte diese Seite auch zur Kreativität und zum musikalischen Basteln mit dem Quintenzirkel ermuntern. Beispiele, wie so etwas gehen kann, findest Du an vielen Stellen dieser Seite.

Den Spaß nicht aus den Augen verlieren

Eigentlich ist die Harmonielehre ja eine trockene und nicht weniger auch eine mathematische Angelegenheit. Es gibt aber auch sehr kreative Menschen die es verstehen, trotz aller Hürden, mit diesem Thema sehr gekonnt umzugehen. Auf der Facebook Seite von quintenzirkel.info triffst Du solche Menschen und wirst, so ganz nebenbei, über Aktualisierungen dieser Webseite informiert. Ich freue mich über ein „like“ wie auch über einen Eintrag ins Gästebuch.

Die Facebookseite von Quintenzirkel.info

Viel Spaß beim Lesen und hören der weiteren Kapitel.

11 einfache Fragen und Antworten FAQ – Schnelleinstieg

Dieser FAQ – Schnelleinstieg ist eine kleine Sammlung von den am häufigsten gestellten Fragen. Der ideale Anfang, um erst einmal irgendwo in dieses schwierige Kapitel einzusteigen. Kurz und knapp.

Der Quintenzirkel ist für viele (Hobby)Musiker und Komponisten ein Hilfsmittel, um schnell einen Akkord in einer bestimmten Tonart zu finden. Der Quintenzirkel ist im Endeffekt nichts anderes als eine (runde) Tabelle, die eben über genau dieses Auskunft gibt. Siehe Kapitel: Beschreibung des Quintenzirkels

Im Grunde genommen, wenn man einen Akkord innerhalb einer bestimmten Tonart sucht, oder eine visuelle Darstellung des Aufbaues und der Lage der Tonarten zueinander haben möchte. Man kann mit dem Quintenzirkel allerdings auch kreativ komponieren, siehe: Eigene Projekte als Kompositionsbeispiele

Es gibt keine “Bedienungsanleitung” für den Zirkel, denn die Benutzung hängt ganz von Deinen musikalischen Bedürfnissen ab. Ob Du nun “händisch” mit dem Zirkel komponierst oder einen Akkord passend zu einer Tonart suchst, der Zirkel “sagt” es Dir. Der Quintenzirkel ist eine Tabelle aus der man Werte, in diesem Fall Akkorde, ablesen kann. Der Zirkel selbst besteht aus zwei übereinanderliegenden Pappscheiben. Die obere Scheibe ist im Durchmesser kleiner als die Hauptscheibe. Auf dem äußeren Rand der Hauptscheibe befinden sich die Tonarten und auf der inneren (kleineren) Scheibe die darin befindlichen Akkorde. Nun kann man die obere Scheibe drehen (deswegen auch Zirkel) und die Schablone gibt nun nach und nach die Akkorde der jeweiligen Tonarten preis. Siehe Video im Kapitel “Beschreibung und Funktionsweise”.

Das Wort Quintenzirkel ist ein zusammengesetzter Begriff, welche die Logik der Sache in sich selbst birgt. Einerseits beinhaltet er das Wort die "Quinte", also einen gewissen Notenabstand, andererseits das Wort "Zirkel" weil der Quintenzirkel ja rund ist und auch tonal in sich abgeschlossen ist. Siehe Kapitel: Beschreibung des Quintenzirkels

Ganz einfach: Wegen einer besseren Handhabung. Im Grunde ist der Quintenzirkel ja eine Tabelle. Diese könnte man auch eckig darstellen. Jedoch wäre dann das Ablesen der Akkorde innerhalb einer Tonart nicht so komfortabel, wie mit der Drehscheibe mit den entsprechenden Ausschnitten.

Der Quintenzirkel wurde etwa 1711 von Johann David Heinichen entwickelt. Weitere Infos und ein Bild des Ur-Zirkels findet Du hier.

Nein, nicht unbedingt oder gar zwangsläufig. Es gibt viele Musiker die ihre Stücke ohne den Quintenzirkel komponieren. Diese Musiker haben das Gefühl für die Harmonien sozusagen im Blut. Ein Blues-Musiker aus New Orleans z.B. komponiert mit Sicherheit nicht mit einem Quintenzirkel. Beethoven hat seine Werke auch sicherlich nicht mit diesem Hilfsmittel geschrieben.

In der Hauptsache ist der Quintenzirkel für Tasteninstrumente gedacht. Es gibt ihn allerdings auch für die Gitarre. Der Unterschied liegt darin, dass beim Quintenzirkel für die Gitarre die Tabulatoren, sprich Griffmuster der Akkorde abgebildet sind, anstelle der (Tasten)Akkorde für eben Tasteninstrumente. Von der Sache her, also der Harmonielehre, “funktionieren” beide Zirkel identisch. Nur die Darstellung ist für die jeweilige Instrumentengruppe angepasst. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass der Quintenzirkel keinem Instrument vorbehalten ist. Jedes Instrument, welches in der Lage ist wenigstens 3 Töne (besser 4) gleichzeitig zu spielen, kann den Quintenzirkel benutzen. Da der Quintenzirkel aber letztlich (nur) eine Tabelle mit Akkorden ist, kann dieser auch von einem Blasorchester verwendet werden.

Von diversen Online-Bestellmöglichkeiten mal abgesehen, bekommt man ihn in jedem guten Musikalien-Fachgeschäft. Dort wo man Noten erwerben kann, gibt es in der Regel auch einen Quintenzirkel zu kaufen. Ggf. kann man ihn dort auch bestellen.

Jaein... Man findet  im Netz einige Programme zur Harmoniefindung und Melodieerzeugung. Im Kapitel „Künstliche Intelligenz“ bin ich darauf etwas näher eingegangen. Allerdings haben es hier die Benutzer von Sequenzer-Software (z.B. Cubase) besser und auch leichter. In solchen Programmen (DAW’s = Digital Audio Worstation) ist meist der Quintenzirkel bereits eingebaut. Im Cubase nennt sich das „Akkordpads“. Es gibt für diese Programme aber auch Plugins (Erweiterungen), die genau das selbe tun.


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Intervalle

Die Abstände zwischen den Tönen, bzw. Noten, bezeichnet man als Intervalle. Im Grunde genommen ist die Intervalltabelle somit nichts weiter als eine „Abstandstabelle“. Die Abstände dieser Tabelle beziehen sich immer auf 1 Oktave.

Eine Oktave
1 Oktave C – H
IntervallBezeichnungHalbtöne
 c-c Prim (rein)0
 c-Db Kleine Sekunde1
 c-d Große Sekunde2
 c-d# Übermäßige Sekunde3
 c-Eb Kleine Terz3
 c-e Große Terz4
 c-f Quarte5
 c-f# Übermäßige Quarte6
 c-Gb Verminderte Quinte6
 c-g Quinte (rein)7
 c-g# Übermäßige Quinte8
 c-Ab Kleine Sexte8
 c-a Große Sexte9
 c-Bb Kleine Septime10
 c-b Große Septime11
 c-c Oktave (rein)12

Demnach ist also eine Quinte der Bereich von 7 Halbtönen. Auf unseren Quintenzirkel bezogen bedeutet dies:

Geht man von der Grundtonart C-dur (c-e-g) 1 Quinte, nämlich 7 Halbtöne, nach oben, gelangt man zu G-dur (g-h-d). Das heißt, im Quintenzirkel „hangelt“ man sich immer nur 7 Halbtöne weiter oder zurück, um zur nächsten Harmonie der nächst höheren oder tieferen Tonart zu gelangen.

Der kleine Stolperstein

Wie man hier unschwer erkennen kann, liegen die übermäßige Sekunde mit der kleinen Terz sowie die übermäßige Quarte mit der verminderten Quinte und die übermäßige Quinte mit der kleinen Sexte auf den jeweis selben Tasten, nur die Notierung wird anders geschrieben. Hier kommen wir in das Kapitel der „Enharmonischen Verwechselung“. Doch dazu an dieser Stelle mehr.


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Akkordbildung – Hörbeispiele und Experimente

Akkordbildung mit dem Quintenzirkel

Die folgenden Hörbeispiele sollen veranschaulichen, warum der Quintenzirkel eben genau so heißt. Der Quintenzirkel ist nicht nur in seiner Darstellung eine „runde Sache“, sondern auch inhaltlich. Anhand eines kleinen Beispieles möchte ich den tonalen Kreis verdeutlichen und somit die Logik, welche hinter dem Quintenzirkel steckt, näher bringen.

In unserem Beispiel hier beschränke ich mich auf die Tonart C-dur/A-moll. Dieses Beispiel soll hörbar die Stufenreihenfolge der Akkorde verdeutlichen. Wie auf dem Bild unten fängt man in einer beliebigen Tonart mit der ersten Stufe, der Tonika (Grundakkord), an. Nach der klassischen Reihenfolge der Harmonielehre geht es dann wie folgt weiter:

  • 2. Stufe (Moll-Subdominante)
  • 3. Stufe (Tonika-Gegenakkord)
  • 4. Stufe (Subdominante)
  • 5. Stufe (Dominant-Septime)
  • 6. Stufe (Paralleler-Mollakkord)

Auf die dazugehörenden Nebenakkorde der 5. Stufe habe ich hier aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet. Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.

Notenbeispiel zur Akkordbildung
Akkord-Tonleiter

Die abgebildete Akkordreihenfolge „C-Dm-Em-F-G7-Am“ kannst Du Dir im nachfolgenden Player einmal anhören. Weil es irgendwie schöner klingt, habe ich diese kleine Akkordreihenfolge mit 3 Synthesizerflächen und Bass instrumentiert.

Wenn Du die Akkorde hintereinander hörst wirst Du feststellen, daß es – streng nach dem Quintenzirkel – akustisch einen „Kreis“ ergibt. Man kann ein Musikstück entweder wieder mit der Tonika enden lassen, oder aber mit der 6. Stufe, die einen „Tonika-Effekt“ ergibt. Dieses „Schema“ vollzieht sich innerhalb aller Tonarten und somit durch den kompletten Quintenzirkel.

Experimente mit Akkorden

Wenn man das oben erwähnte Schema einmal verstanden hat, regt der Quintenzirkel sehr zum Experimentieren an. Es können sich bereits durch das Austauschen und Umkehren von Akkorden interessante Harmonien entwickeln. Bleiben wir bei unserem Beispiel von eben und probieren nun einfach mal folgende („verdehte“) Reihenfolge: „C-Em-Dm-G7-F-Am“:

So schön und einfach kann Musik sein!

In diesem Beispiel habe ich die Akkorde G7 und A-moll in einer „Umkehrung“ gespielt. Das heißt, bei G7 habe ich die Note G von G4 auf G3 gesetzt und beim A-moll die Note E von E4 auf E3 gesetzt. Dieses kleine Beispiel soll verdeutlichen, daß es beim Komponieren (fast) keine Grenzen gibt. Man kann die Akkorde nicht nur beliebig untereinander tauschen (erlaubt ist was gefällt), sondern man kann die Akkorde selber auch umkehren. Genauso kannst Du einzelne Akkorde weglassen, keiner zwingt Dich, alle 6 Stufen in Deine Komposition mit einzubeziehen.

Ich hoffe, ich habe mit dieser kleinen Bastelei Deinen Forschungsdrang geweckt. Wenn Du dieses „Experiment“ vertiefen möchten, wirf doch mal einen Blick auf meine eigenen Kompositionen. Dort sind die Ergebnisse aus ganz vielen solcher Basteleien mit Akkorden zu hören. Egal wie komplex oder technisch diese Arrangements sein mögen, es fing immer mit dem Experimentieren mit Akkorden an.


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Der Quintenzirkel

Quintenzirkel vertont

Der Quintenzirkel – Aufgelockerte und hörbare Musiktheorie. Beschreibung und Aufbau mit vielen Hörbeispielen, Klangmustern und wirklich einfachen Erklärungen. Hier findest Du sämtliche Harmonien vertont. Ideal geeignet für Einsteiger in einem schwierigen Thema der Harmonielehre.

Der Quintenzirkel

Kapitelübersicht

Kapitel 1 – Einführung

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Der Quintenzirkel – Vorwort u. Einleitung

Ein kurzes Vorwort im allgemeinen und was diese Webseite gerne vermitteln möchte…

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FAQ – Schnelleinstieg, kurz und knapp

Dieser FAQ – Schnelleinstieg stellt eine kleine Sammlung der am häufigst gestellten Fragen dar…

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Beschreibung und Funktionsweise

EIne Beschreibung des Quintenzirkels und ein interessanter historischer Rückblick…

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Aufbau und Schema

Der Quintenzirkel ist nach einem einfachen Schema aufgebaut. Hier findest Du das Grundschema als Tabelle…

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Intervalle

Die Abstände zwischen den Tönen, bzw. Noten, bezeichnet man als Intervalle. Im Grunde genommen ist die Intervalltabelle…

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Kapitel 2 – Die Harmonien

Angefangen bei der Modulation und ihrer Stolperfalle, findest Du hier alle Akkorde des Quintenzirkels mit den dazu gehörenden Hörbeispielen und die Besonderheit der Enharmonischen Verwechslung. Hier kannst Du alle Harmonien des Quintenzirkels hören.

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Bindeakkorde

Der harmonische Wechsel zwischen den Tonarten erfolgt über Bindeakkorde. Hier findest Du eine interessante Tabelle…

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Die Modulation

Das Thema Bindeakkorde und Modulation gehören untrennbar zusammen. Das eine geht ohne das andere nicht..

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Die Tonarten C-Dur bis Fis-Dur

Ausgehend von der Grundtonart C-dur bewegen wir uns nun jeweils 1 Quinte höher, bis wir bei…

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Die Tonarten C-Dur bis Ges-Dur

Nun gehen wir in die andere Richtung, nämlich 6 Quinten nach unten…

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Die Enharmonik – eine Besonderheit

Die sog. enharmonische Verwechselung ist eine interessante Besonderheit..

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Die Pentatonik – 5 Töne zur perfekten Harmonie

Hast Du Dich eigentlich schon einmal gefragt, warum es immer harmonisch klingt…

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Kapitel 3 – Akkordbildung

Alles rund um Akkorde. Von deren Bildung bis zur Abwandlung. Versehen mit vielen praxisnahen Hörbeispielen. Wie viele Akkorde gibt es eigentlich? Eine mögliche Antwort findet Ihr hier.

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Akkordübersicht

Diese Seite enthält Verweise auf insgesamt 492 der gängigsten Akkorde…

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Terzenschichtung

Das Bilden von Akkorden mit Erklärungen der verschiedenen Akkordarten..

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Akkordbildung

Hier findest Du Hörbeispiele, Experimente und grundlegende Infos…

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Das Arpeggio

Mit diesem Kapitel möchte ich aufzeigen, was man so alles mit den Akkorden anstellen kann….

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Kapitel 4 – Theorie & Praxis

Was passiert wenn man z.B. falsche Bassnoten in einem bestimmte Akkord spielt oder wenn die Harmonie nicht stimmt? Abgerundet wird dieses Kapitel mit themenspezifischen Buchempfehlungen und einem kleinen Test und meinem Kreativprojekt.

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Harmonien & Disharmonien

Harmonien & Disharmonien gehen Hand in Hand, könnte man fast sagen…

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Der kleine Quintenzirkel Quiz

Der Quintenzirkel Quiz ist ein keiner in Teilen spaßiger Test, mach einfach mit…

…na dann mal los

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Unreal Reality – Das Kreativprojekt

Hier findest Du mein Kreativprojekt mit meinen eigenen Kompositionen…

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Darf’s ein wenig mehr sein?

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Mein Gästebuch – zum Verewigen

Hat Dir diese Webseite gefallen? Dann freue ich mich über einen Eintrag, Kritik wird ernst genommen…

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Über 20 Jahre Quintenzirkel.info

Tatsächlich ist meine Webseite genauso alt wie Google, nur leider nicht so bekannt..

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Unterstützung für Quintenzirkel.info

Möchtest Du meine Arbeit ein wenig unterstützen? Oder mich auf einen Kaffee einladen? Ich…

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