Tech Talk

Der Blick hinter die Kulissen

Oft bin ich schon gefragt worden, wie ich eigentlich meine ganzen Vertonungen, die Akkorde, die Hörbeispiele und selbst meine eigenen Kompositionen erzeuge.

Ich arbeite mit dem Sequenzer “Cubase”, seinen integrierten Instrumenten, einem Keyboard als MIDI-Controler und diversen  Instrumenten-Plugins. Ich habe tatsächlich kein “echtes” Instrument, sondern arbeite nur mit den Instrumenten-Plugins. Dies bringt, aus meiner Sicht, wesentlich mehr Vielfalt und man ist nicht nur auf den Sound eines einzigen Instrumentes festgelegt. Früher hatte ich einen Roland D 110, die Sounds wurden aber mit der Zeit langweilig. Klar, es gab Erweiterungskarten für den Roland, aber die Sounds waren, verglichen mit den heutigen Soundmöglichkeiten, eher trivial. Cubase hingegen hat mit dem Halion, dem Prologue und dem Groove-Agent schon mal ein sehr gutes Ausgangsmaterial. Die Beschreibungen zu diesen und auch meinen weiteren Plugins, findest Du weiter unten.

Nachfolgend ein paar optischen Eindrücke. Einfach auf die Bilder klicken und es öffnet sich eine Lightbox. Diese kann man durch die Taste “ESC” oder durch das Kreuz, rechts oben in der Lightbox, wieder schließen.

Instrumente On Board

Mit den On-Bord-Instrumenten von Cubase ist man eigentlich schon ganz gut gerüstet. Der Halion wird gerne als “Brot-u. Butterinstrument” bezeichnet. Handelt es sich doch hier um eine Art Sampler der, basierend auf z.T. naturidentischen Samples, schon extrem gut klingt. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Groove-Agent als virtueller Schlagzeuger. Man kann hier auf fertige Pads verschiedener Genres zugreifen, oder sich die Schlaginstrumente selbst aussuchen und über den Editor im Cubase selbst “Hand anlegen”. Der Prologue ist ebenfalls ein schon recht gut klingender Klangerzeuger. Mit dieser Grundausstattung bietet Cubase das nötige Werkzeug um schon etwas gut klingendes auf die Beine zu stellen.

Die besten Sounds sind allerdings die, die so gut klingen, dass sie nicht nur eine breite Masse ansprechen sondern auch von professionellen Musikern, Produzenten und Studios benutzt werden. Egal ob reale Instrumente als Sample oder bewusste Klangsynthese

Weitere Plugins

Ab hier fängt Cubase eigentlich erst richtig an Spaß zu machen. Man muss nicht all zu viel Geld in die Hand nehmen (nach oben gibt es jedoch keine Grenzen), um die ganze Sache noch etwas zu pimpen.

Der Plugin-Markt ist schier riesig, sowohl bei den freien (kostenlosen), als auch bei den kostenpflichtigen Instrumenten. Hier muss ich allerdings gleich sagen, dass man in der kostenpflichtigen Liga eindeutig besser liegt. Die Sounds sind weitaus professioneller und klingen wesentlich authentischer. Es gibt auf dem Markt unzählige Plugins, hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Von reinen Synthesizern über Sampler, Rompler, natürlichen Instrumenten oder bewusste Synthese. Es werden wirklich alle musikalischen Genres abgedeckt. Egal ob Schlager, klassische Musik, Elektro, Rock, Hip-Hop… einfach alles.

Hier empfehle ich das Plugin “Nexus” der kanadischen Firma reFX (sprich: Rifäx). Auch der “Synthmaster” von KV331 Audio ist erschwinglich und klingt extrem gut. Mit letzterem arbeitet übrigens u.a. Armin van Buuren, ein bekannter DJ. Da wir gerade dabei sind: Der Nexus wird u.a. von David Guetta und Jean-Michel Jarre benutzt. Ich denke, diese Namen sprechen für die Qualität dieser Instrumente.

Ich persönlich mag ein Mix aus naturidentischen, natürlichen und rein synthetischen Instrumenten. Hier deckt der Nexus ein sehr großes Spektrum ab. Die Sounds klingen allesamt einfach nur wahnsinnig gut. Wer es richtig synthetisch mag, ist mit dem Synth-Werk gut bedient. Die Ähnlichkeit des Namens zu der Deutschen Gruppe “Kraftwerk” ist gewollt. Hier findet man nahezu alle Kraftwerk-Sounds und Phrasen von originalen Stücken der Gruppe. Der Synthwerk ist im Grunde ein Sampleplayer der in einer dafür vorgesehenen Umgebung läuft. Diese Umgebung heißt “Engine2”. Die Ähnlichkeit zu Native Instruments “Kontakt” ist hier nicht zu übersehen, die Arbeitsweise ist sehr ähnlich 😉

Zu guter Letzt möchte ich den Synthmaster One von KV 331 Audio erwähnen. Er ist ein wirklich sehr gut klingender Synthie zu einem erschwinglichen Preis. Er ist sozusagen (preislich) das Einsteigermodell in die artenreiche Vielfalt der professionellen, virtuellen Instrumente. Wer es auch hier etwas mehr mag, sollte ein Crossgrade auf die Version 2.9 durchführen. Der Hammer… mein absoluter Geheimtipp. Das Preis-Leistungsverhältnis ist einfach nur spitze. Und beide Versionen, also der One und der 2.9 laufen stabil nebeneinander. D.h. die Version 2.9 ersetzt nicht den One sondern es ist ein eigenständiges zweites Gerät, was die Soundbibliothek ungemein erweitert.

Wenn Du mal hören willst, wie diese Instrumente klingen, klicke mal auf die Seite “Eigene Projekte“. Das oberste Stück (Sonata-Remix 2018) ist mit den drei Plugins (ohne den Synthmaster 2.9) gespielt. Das Stück “Melancholie” auf der selben Seite ist ebenfalls mit dieser Instrumentierung gespielt. Das stellt allerdings nur einen ganz kleinen Bruchteil der Möglichkeiten dar, was diese Instrumente wirklich können.

Die Arbeitsumgebung

Dieses Bild zeigt nun die Arbeitsoberfläche von Cubase. Ich persönlich finde dieses Programm sehr übersichtlich und recht intuitiv zu bedienen. Hier ist alles vorhanden, was man für eine Musikproduktion braucht. Selbst die Effekte zur Nachbearbeitung können sich sehen lassen und decken, zumindest den ersten, Grundbedarf ab. Das interessante an dieser Version ist, dass der Quintenzirkel sozusagen hier schon eingebaut ist. Nennt sich Akkordpads und dient als Kompositionshilfe. Die Quintenzirkelversion aus Pappe ist mir persönlich zwar lieber, aber um erste Ideen festzuhalten oder nur mal so rum zu jammen, ist das eine gute Idee des Herstellers.

Ich hoffe, dieser kleine Rundgang hat Euch gefallen. Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt gerne in die Kommentare.



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Erstellt am 17. November 2018 - zuletzt aktualisiert am 4. Januar 2019
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