Die Modulation

Tonartwechsel – Die diatonische Modulation

Die Modulation ist im Grunde genommen nichts anderes, als der Wechsel von der einen Tonart in eine andere und ggf. wieder zurück. Am sinnvollsten, da am harmonischsten, ist der Wechsel von der einen in eine andere Tonart über einen sog. Bindeakkord. Und genau das nennt man diatonische Modulation. Da nun das Thema Modulation und die Bindeakkorde unmittelbar miteinander zusammen hängen, habe ich die Bindeakkorde hier nur kurz erwähnt. Eine genauere Erklärung der Bindeakkorde findest Du hier.

Was sind Bindeakkorde?

Bindeakkorde verbinden Tonarten miteinander. Ferner haben Bindeakkorde eine interessante Eigenart: Sie kommen in der Ausgangs,-u. Zieltonart vor. Das bedeutet wenn man es geschickt anstellt, merkt kein Mensch, dass der Komponist die Tonart gewechselt hat. Wenn man eine umfangreiche Komposition ausarbeitet und sich nicht nur auf 1 Tonart beschränken möchte, muss man auf zusätzliche Tonarten (und somit Akkorde) zugreifen. Damit man sein Akkordspektrum harmonisch erweitern kann, bedient man sich der Modulation. Also der Sprung in weitere Tonarten, immer ausgehend von der Tonart, in der man sich befindet und immer über einen Bindeakkord. Eine nicht-harmonische Modulation wäre beispielsweise ein Sprung über mehrere Quinten ohne das Nutzen von Bindeakkorden, siehe Hörbeispiel unten.  

Ein Beispiel für eine gut gelungene Modulation ist die, die man gar nicht wahrnimmt. Natürlich gibt es, wie immer, Ausnahmen. Es gibt tatsächlich Modulationen, wo der Tonartwechsel bewusst hörbar herbei geführt wird. Das kommt jedoch immer auf die Komposition an und was man für eine Stimmung erzeugen möchte. Ich gehe mit meinen Beispielen hier nur von der klassischen Harmonielehre im ursprünglichen Sinn aus und nicht von künstlerischen Freiheiten.

Hör-u. Notationsbeispiel

Diatonische Modulation von der Grundtonart C-Dur nach F-Dur.

Der Bindeakkord in diesem Beispiel ist D-Moll. D-Moll kommt sowohl in der Tonart C-Dur als auch in der Tonart F-Dur vor. Die Modulation somit findet beim 2. Akkord (Dm) statt, erkennbar am Vorzeichen. Die grünen Linien kennzeichnen die Ausgangstonart (C-Dur), die roten Linien kennzeichnen die Zieltonart (F-Dur) und dann wieder zurück nach C-Dur zum Ausgangsakkord (grün). Einfach ausgedrückt, habe ich F-Dur mal eben in C-Dur „eingemischt“. Verbunden mit einer kleinen Melodie sieht das ganze dann so aus:

Beispiel einer Modulation
grün=Haupttonart, rot=modulierte Tonart (größere Ansicht, bitte auf’s Bild klicken)

Die reinen Harmonien

Die Harmonien mit einer kleinen Melodie

Das ganze ist in diesem Beispiel deswegen auch so einfach, weil ich hier die Tonart nur um 1 Quinte wechsele. Will man größere Sprünge machen, wird es schwieriger und auch extrem hörbar. Theoretisch könnte man sich durch den ganzen Quintenzirkel „modulieren“, dann aber bitte nur Quinte um Quinte und nur über einen Bindeakkord. Auf der Seite der Bindeakkorde findest Du die Modulationstabelle, die Auskunft über diese gibt.

Ein sehr gutes Beispiel einer Modulation, weil kaum hörbar, ist das Stück „Lemmon Tree“ von Fools Garden. Hier wird mitten in der tragenden Melodie von der Tonart C-dur auf F-dur gewechselt. Passt irgendwie zu dem Beispiel oben 😉

Dieses kleine Beispiel soll nur das Grundprinzip und die grundsätzliche Begrifflichkeit verdeutlichen. Wer es etwas intensiver mag, dem empfehle ich diese Wikipedia-Seite.


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11 einfache Fragen und Antworten FAQ – Schnelleinstieg

Dieser FAQ – Schnelleinstieg ist eine kleine Sammlung von den am häufigsten gestellten Fragen. Der ideale Anfang, um erst einmal irgendwo in dieses schwierige Kapitel einzusteigen. Kurz und knapp.

Der Quintenzirkel ist für viele (Hobby)Musiker und Komponisten ein Hilfsmittel, um schnell einen Akkord in einer bestimmten Tonart zu finden. Der Quintenzirkel ist im Endeffekt nichts anderes als eine (runde) Tabelle, die eben über genau dieses Auskunft gibt. Siehe Kapitel: Beschreibung des Quintenzirkels

Im Grunde genommen, wenn man einen Akkord innerhalb einer bestimmten Tonart sucht, oder eine visuelle Darstellung des Aufbaues und der Lage der Tonarten zueinander haben möchte. Man kann mit dem Quintenzirkel allerdings auch kreativ komponieren, siehe: Eigene Projekte als Kompositionsbeispiele

Es gibt keine “Bedienungsanleitung” für den Zirkel, denn die Benutzung hängt ganz von Deinen musikalischen Bedürfnissen ab. Ob Du nun “händisch” mit dem Zirkel komponierst oder einen Akkord passend zu einer Tonart suchst, der Zirkel “sagt” es Dir. Der Quintenzirkel ist eine Tabelle aus der man Werte, in diesem Fall Akkorde, ablesen kann. Der Zirkel selbst besteht aus zwei übereinanderliegenden Pappscheiben. Die obere Scheibe ist im Durchmesser kleiner als die Hauptscheibe. Auf dem äußeren Rand der Hauptscheibe befinden sich die Tonarten und auf der inneren (kleineren) Scheibe die darin befindlichen Akkorde. Nun kann man die obere Scheibe drehen (deswegen auch Zirkel) und die Schablone gibt nun nach und nach die Akkorde der jeweiligen Tonarten preis. Siehe Video im Kapitel “Beschreibung und Funktionsweise”.

Das Wort Quintenzirkel ist ein zusammengesetzter Begriff, welche die Logik der Sache in sich selbst birgt. Einerseits beinhaltet er das Wort die "Quinte", also einen gewissen Notenabstand, andererseits das Wort "Zirkel" weil der Quintenzirkel ja rund ist und auch tonal in sich abgeschlossen ist. Siehe Kapitel: Beschreibung des Quintenzirkels

Ganz einfach: Wegen einer besseren Handhabung. Im Grunde ist der Quintenzirkel ja eine Tabelle. Diese könnte man auch eckig darstellen. Jedoch wäre dann das Ablesen der Akkorde innerhalb einer Tonart nicht so komfortabel, wie mit der Drehscheibe mit den entsprechenden Ausschnitten.

Der Quintenzirkel wurde etwa 1711 von Johann David Heinichen entwickelt. Weitere Infos und ein Bild des Ur-Zirkels findet Du hier.

Nein, nicht unbedingt oder gar zwangsläufig. Es gibt viele Musiker die ihre Stücke ohne den Quintenzirkel komponieren. Diese Musiker haben das Gefühl für die Harmonien sozusagen im Blut. Ein Blues-Musiker aus New Orleans z.B. komponiert mit Sicherheit nicht mit einem Quintenzirkel. Beethoven hat seine Werke auch sicherlich nicht mit diesem Hilfsmittel geschrieben.

In der Hauptsache ist der Quintenzirkel für Tasteninstrumente gedacht. Es gibt ihn allerdings auch für die Gitarre. Der Unterschied liegt darin, dass beim Quintenzirkel für die Gitarre die Tabulatoren, sprich Griffmuster der Akkorde abgebildet sind, anstelle der (Tasten)Akkorde für eben Tasteninstrumente. Von der Sache her, also der Harmonielehre, “funktionieren” beide Zirkel identisch. Nur die Darstellung ist für die jeweilige Instrumentengruppe angepasst. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass der Quintenzirkel keinem Instrument vorbehalten ist. Jedes Instrument, welches in der Lage ist wenigstens 3 Töne (besser 4) gleichzeitig zu spielen, kann den Quintenzirkel benutzen. Da der Quintenzirkel aber letztlich (nur) eine Tabelle mit Akkorden ist, kann dieser auch von einem Blasorchester verwendet werden.

Von diversen Online-Bestellmöglichkeiten mal abgesehen, bekommt man ihn in jedem guten Musikalien-Fachgeschäft. Dort wo man Noten erwerben kann, gibt es in der Regel auch einen Quintenzirkel zu kaufen. Ggf. kann man ihn dort auch bestellen.

Jaein... Man findet  im Netz einige Programme zur Harmoniefindung und Melodieerzeugung. Im Kapitel „Künstliche Intelligenz“ bin ich darauf etwas näher eingegangen. Allerdings haben es hier die Benutzer von Sequenzer-Software (z.B. Cubase) besser und auch leichter. In solchen Programmen (DAW’s = Digital Audio Worstation) ist meist der Quintenzirkel bereits eingebaut. Im Cubase nennt sich das „Akkordpads“. Es gibt für diese Programme aber auch Plugins (Erweiterungen), die genau das selbe tun.


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